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Bike Kitchen Favorita

In der sozialen Radwerkstatt Bike Kitchen Favorita werden Menschen mit Fluchthintergrund zu Radexperten.
Bike Kitchen Favorita

Bundesland

Wien

Themen

Flüchtlinge & Zuwanderung

Initiative/Person/Verein

Obdach Wien/ Bike Kitchen Favorita

Webseite

www.obdach.wien/n/bike-kitchen-favorita

Angeleitet von FahrradmechanikerInnen lernen die Trainees Räder zu reparieren, Zubehör zu verkaufen und mehr! Sie werden auf den 1. Arbeitsmarkt vorbereitet, verbessern mit dem DAF-Trainer ihre Deutschkenntnisse und wenden diese im KundInnenkontakt an. BastlerInnen können ihr Rad in der Selbsthilfewerkstatt reparieren. Dort stehen Werkzeug, (gebrauchte) Ersatzteile und die Expertise der Trainees bereit. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Drahtesel durch das Team servicieren und reparieren zu lassen oder gegen einen Reparaturkostenbeitrag ein gebrauchtes, frisch serviciertes Rad zu erstehen. Benachteiligte WienerInnen bekommen ein solches Rad gegen einen symbolischen Betrag. Im Shop gibt es Ersatzteile, Radzubehör sowie Upcycling-Unikate: Schüsselanhänger, Lampen, Gürtel etc. aus und mit alten Fahrradteilen. Die Trainees treten als Experten mit WienerInnen in Kontakt. Das fördert den Dialog und baut Vorurteile ab. Respekt, Partizipation, Integration, Arbeits- und Sprachtraining sowie Nachhaltigkeit werden in der Bike Kitchen Favorita auf visionäre Art und Weise verbunden.

Welche Wirkung hat das Projekt auf die Gesellschaft und das Zusammenleben?

Seit Eröffnung im Juni 2019 traten 9 Trainees gegenüber 400 KundInnen als Experten auf und bauten so Vorurteile ab. Während ihres Asylverfahrens reparierten sie bisher weit über 300 Räder, entwickeln Kompetenzen und bessere Chancen für den Arbeitsmarkt. Ein ehemaliger Trainee fand eine Lehrstelle, ein anderer arbeitet in der Baubranche. 54 gebrauchte Fahrräder wurden rundum serviciert, neu ausgestattet und an KundInnen zum Reparaturkostenpreis abgegeben. Das Projekt wirkt sich also positiv auf Umwelt, das Geldbörsel, Menschen mit Fluchthintergrund, das radfreundliche Wien und RadlerInnen aus.

Wie nachhaltig ist das Projekt? Bezogen auf Vorbildwirkung und Umwelt.

Radfahren ist umweltfreundlich und gesund. Durch das Reparieren und Servicieren von Rädern wird deren Lebensdauer verlängert. Was nicht mehr repariert werden kann, wird zu trendigen Upcycling-Produkten. Neuproduktion und Abfall werden vermieden, aktive und anschauliche Aufklärungsarbeit geleistet. Das Projekt ist nachhaltig mit Blick auf: die Lebensdauer der Räder, Abfallvermeidung, Umweltschutz, Upcycling und Bewusstseinsbildung. Die Vermittlung in den Arbeitsmarkt bedeutet eine nachhaltige Integration der Trainees. Damit haben die RadlerInnen, die Trainees und das Projekt Vorbildfunktionen.

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