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Haus of Commons - Teilen und Freunde werden

Das Haus of Commons ist ein außergewöhnliches Projekt: Im Keller und Garten hat jeder die gleichen Nutzungsrechte. Gegenstände, die man nicht oft selbst braucht stehen allen Bewohnern offen zum Leihen zur Verfügung. Autos werden ebenso geteilt wie Probleme.
Haus of Commons - Teilen und Freunde werden

Bundesland

Tirol

Themen

Soziales Engagement

Initiative/Person/Verein

alle Bewohner der Körnerstr. 16

Abgegebene Voting-Stimmen

5

Wir sind ein bunt aus allen Alters- und Gesellschaftsschichen zusammengewürfeltes gewöhnliches Gründerzeithaus, machen aber einiges Ungewöhnlich.

Die Wohnungen sind etwas unterschiedlich, im Keller und Garten hat jeder die gleichen Nutzungsrechte. Gegenstände, die man nicht oft selbst braucht wie Sportgeräte (Rodeln, Boot, Campingsachen) aber auch Küchengerät und Kinderspielsachen stehen offen zum Leihen zur Verfügung. Autos werden ebenso geteilt wie Probleme. Wer unbedingt anonym bleiben will in der Stadt, kann es bleiben. Bei uns ist jede*r irgendwie beteiligt, manche*r mehr, manche*r weniger. Für den 31.3. war die Zertifizierung als Gemeinwohl"betrieb" geplant - Coronabedingt erst im Herbst. Ein Handbuch "GemeinwohNökonomie" wird entwickelt.

 

Welche Wirkung hat das Projekt auf die Gesellschaft und das Zusammenleben?

Wir haben auf die doppelte Dichte (34 Personen auf 380m² Grundfläche) nachverdichtet --> Versiegelung verhindert. 1990 haben 17 Personen 11 Autos bessessen, heute 34 nur 10 (Ressourceneinsparung, auch durch das Teilen anderer Dinge). Wir haben das Haus begrünt (ca. 100m² Grünfläche auf Fassaden und Dach) und damit das Kleinklima verbessert und ein Vogelparadies geschaffen, im November bevölkern die Bienen das blühende Dach. Wir zeigen aktiv, wie man trotz unterschiedlicher Interessen sich zusammenleben kann. Es gibt erste Versuche gemeinsamer regionaler Einkäufe.

 

Wie nachhaltig ist das Projekt? Bezogen auf Vorbildwirkung und Umwelt.

Heizung und Warmwasser werden von thermischer Solaranlage (8 MWh) und Wärmepumpen (50 MWh) gestellt und aus Ökostrom gewonnen. Selbst wenn man den europäischen Winterstrommix nimmt bleibt pro Kopf nur 0,1 Tonnen CO2 für Heizung und Warmwasser über. Ein Mieter macht wegen des schönen Gartens nur mehr Urlaub zu Hause, auch sonst spielen die Kinder hier und nicht nach Autofahrt zu einem Spielplatz.

Selten benötigte Geräte wie Heckenschere und Kärcher wurden dem Leihladen geschenkt und ein- zweimal pro Jahr zurück geliehen.

Nächste Woche wird das Heizsystem auf Öko-Kühlen umgebaut.

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